Wissenschaft & Ethik

Wie wir tracken

GPS-Tracking ist echte Feldforschung — kein Gimmick. Jeder Tracker, den Forschungsteams an einem Tier anbringen, folgt strengen wissenschaftlichen Protokollen. Das Ziel: maximale Datenqualität bei minimalem Eingriff in das Leben des Tieres.

Internationaler Standard

Die 5 %-Regel

Ein GPS-Tracker darf maximal 5 % des Körpergewichts eines Tieres wiegen — das ist der weltweit anerkannte Richtwert in der Wildtierforschung. Bei einem 30 kg schweren Schildkröten-Weibchen bedeutet das ein Tracker-Gewicht von höchstens 1,5 kg. Bei Pinguinen oft nur 40–60 g.

Viele Programme liegen heute deutlich unter dieser Grenze — dank moderner Miniaturisierung wiegen aktuelle Sender oft weniger als 2 % des Tiergewichts.

Methoden

Befestigungsmethoden

Je nach Tierart und Lebensraum kommen unterschiedliche Befestigungstechniken zum Einsatz. Alle sind darauf ausgelegt, sich nach Ende der Studiendauer vom Tier zu lösen.

Halsband / Geschirr

Landsäugetiere

Für Elefanten, Eisbär und andere große Säugetiere. Ausgestattet mit einem Break-away-Mechanismus — das Band fällt automatisch ab, sobald die Batterie ihre Lebenszeit erreicht hat.

Rückengeschirr

Vögel & Pinguine

Ultra-leichtes Geschirr, das zwischen den Flügeln sitzt. Speziell konstruiert, um weder das Schwimm- noch das Flugverhalten zu beeinträchtigen. Elastische Bänder lösen sich nach der Studiendauer.

Epoxy-Montage

Meeresschildkröten

Der Sender wird mit meerwasser-beständigem Epoxidharz auf dem Panzer befestigt. Durch das natürliche Panzerwachstum löst sich der Tracker im Lauf der Zeit von selbst — ganz ohne Wiedereinfang.

Technologie

Drop-off & Remote Release

Moderne Tracker sind so konstruiert, dass sie nach Ablauf der Studienzeit automatisch abfallen oder per Fernbefehl abgelöst werden können. Kein erneutes Einfangen nötig — das Tier bleibt ungestört.

SensorDrop-Technologie

Programmierte Korrosionsverbindung löst den Tracker nach einer definierten Laufzeit.

Solar & kinetische Energie

Viele Sender nutzen Solarzellen oder die Bewegungsenergie des Tieres — für längere Laufzeit bei kleinerem Gewicht.

Remote-Auslösung

Per Satellitensignal kann der Tracker jederzeit aus der Ferne abgelöst werden — falls die Studie früher endet.

Transparenz

Wo wir nein sagen

Nicht jede Art eignet sich für GPS-Tracking. Wenn wissenschaftliche Studien zeigen, dass Tracking das Wohlbefinden einer Tierart nachweislich beeinträchtigt, verzichten wir darauf — unabhängig davon, wie beliebt die Art bei unseren Kunden ist.

Das bedeutet auch: Wir werden nie eine Art tracken, nur weil sie sich gut verkauft. Tierschutz steht bei aninu immer vor Kommerz.

Zusammenarbeit

Partner & Forschung

aninu arbeitet mit etablierten Forschungsprogrammen und Naturschutzorganisationen zusammen. Die Bewegungsdaten, die über unsere Tracker erhoben werden, fließen direkt in wissenschaftliche Artenschutzprojekte ein — für besseren Schutz von Lebensräumen, Migrationsrouten und bedrohten Populationen.

Quellen & weiterführende Literatur

  • Kenward, R.E. (2001). A Manual for Wildlife Radio Tagging. Academic Press.
  • Wilson, R.P. & McMahon, C.R. (2006). Measuring devices on wild animals: what constitutes acceptable practice? Frontiers in Ecology and the Environment, 4(3), 147–154.
  • Casper, R.M. (2009). Guidelines for the instrumentation of wild birds and mammals. Animal Behaviour, 78(6), 1477–1483.
  • Vandenabeele, S.P., Wilson, R.P. & Grogan, A. (2011). Tags on seabirds: how seriously are instrument-induced behaviours considered? Animal Welfare, 20(4), 559–571.